50 Tage Bullet Journal

Über den Sommer hinweg ist mir auf Twitter und Instagram immer wieder der Begriff des „Bullet Journals“ untergekommen. Mitte September war die kritische Masse erreicht und die Lust, ein solches selbst zu probieren, war groß genug, dass ich supermotiviert in die Stadt gegangen bin, um ein Notizbuch zu kaufen. Das Wochenende verbrachte ich dann damit, das Konzept auf meine Wünsche hin anzupassen, und seitdem ist es mein ständiger Begleiter – mitunter sehr intensiv, in Erkältungs- und Stresszeiten eher weniger genau (dazu unten etwas mehr).

Da ich mit meiner Anfangszeit scheint’s genau in einer Hochphase des Bulletjournalings in meiner Internet-Blase gefallen bin, kam von mehreren Seiten der Wunsch nach Fotos und Berichterstattung. Nun, 50 Tage nach Erstellen, ist es endlich so weit: Ich zeige euch ein paar Eindrücke, stelle dar, wie mein BuJo aufgebaut ist, und ziehe ein wenig Fazit. :)

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Zuerst nochmal ganz zurück an den Anfang: Was ist ein Bullet Journal überhaupt? Der Begriff stammt vom „Erfinder“, Ryder Carroll, aber wie auf Twitter mehrfach angemerkt wurde ;), kann man auch einfach Notizbuch dazu sagen. Die Idee dahinter ist, dass es aus Modulen zusammengesetzt ist, die man je nach Bedarf mehr oder weniger aufwändig gestalten kann – also z. B. nur Tage eintragen oder weit in die Zukunft blickend, zum Organisieren von To Dos oder zum Sammeln von Gedanken … Dazu kommen ein paar strukturelle Sachen, die für mich so funktionieren, dass ich tatsächlich meine To Dos abarbeite. ;D Jeder Eintrag wird nämlich mit einem Symbol versehen, das dir übersichtlich zeigt, worum es geht – ist es eine einfache Notiz, ein Termin, ein auszumachender Termin oder etwas, was ich erledigen muss? Und was davon ist bereits erledigt oder noch offen? Wer noch kein BuJo hat, findet hier die „offizielle“ Beschreibung und hier eine, die ich damals beim Aufsetzen ganz hilfreich gefunden habe. Ich werde jetzt eher zeigen, wie ich es für mich angepasst habe und meine Gedanken dazu etwas ausbreiten.

Mein Material

  • Das Notizbuch, das ich verwende, ist der normale Moleskine mit weichem, schwarzen Cover und leeren Seiten. Eigentlich wollte ich den mit Punkten, aber den habe ich in der Stadt nicht bekommen. Leider gehen sie mir wirklich ab. :/ Das merke ich vor allem auf der Rückseite meiner Tracking-Seite, weil sich dort die manuell aufgemalten Punkte durchdrücken und die Seiten so einfach viel angenehmer zu lesen sind, weil ich mit der Schriftlinie nicht so herumtanze. Tja. Einstweilen bleibe ich im Sinne der Nachhaltigkeit bei diesem Buch, aber das nächste wird garantiert eines mit Punkten.
  • Als Stift habe ich einen Bleistift im Einsatz, den ich vor ein paar Jahren von meiner Schwester geschenkt bekommen habe, der farblich zu meiner Akzentfarbe grün passt – alles Absicht! ;) Unterwegs ist nur der Bleistift dabei, der Faserstift und das Lineal bleiben daheim. Die paar Male, dass ich letztere außer Haus brauchen würde, lasse ich einfach den Platz frei und trage es daheim nach.
  • Der im ursprünglichen Layout vorgesehene Punkt für To Dos ist so überhaupt nicht meines, weil ich dann bei weiteren Markierungen immer noch den Punkt sehen kann. Geht gar nicht. ;D Deshalb gibt’s bei mir ein Kästchen, das ausgemalt wird, wenn die Sache erledigt ist. Das zieht sich auch in meinen Tracker hinein, wo ich auch Kästchen ausmale.

Meine Module

  • Index: Den hätte ich leider „andersrum“ anfangen sollen, als ich habe, sprich es wäre mir lieber, die Seitenzahlen ganz links stehen zu haben. Naja. Next time. ;)
  • Key/Legende: Ist ganz hinten im Notizbuch und ich muss sehr selten nachsehen. ;)
  • Future Log„, bei dem ich je ein Quartal auf einer Seite habe. Zuerst dachte ich, das wäre gar nicht so notwendig gewesen, aber jetzt habe ich doch schon seit Mitte Oktober Dinge für den Dezember eingetragen, von dem her passt das schon. Hier trage ich allerdings weniger Termine ein (dafür habe ich den Kalender am Handy) als Geschenksideen und To Dos wie „Katzenbetreuung für Urlaub XY organisieren“.

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  • Monatsübersicht: Hier trage ich links oben Termine ein und notiere mir links unten abends, was mir an diesem Tag besonders gefallen hat. Rechts ist ausführlich Platz für To Dos, die irgendwann im Monat passieren müssen (oder sollten ;)).

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  • Wochenübersicht: nochmal Termine im Überblick und Platz für’s Eintragen von To Dos, die mehr oder weniger an genau einen Tag gebunden sind. Bei der Wochenplanung (idealerweise Sonntag Abend, aber sonst mach ich das auch je nach Bedarf) werden To Dos an bestimmte Tage verteilt. (Das „Y“ rechts unten ist, wann ich geplant habe, in Yoga zu gehen. Wenn ich dann wirklich war, wird es eingekastelt. Leider war ich diese Woche dann immer zu müde …)
  • Einzelne Tage: einfach mit grünem Strich abgesetzt und mit grünem Datum markiert.
  • Diverse Sammelseiten: z. B. Geschenkideen, Packlisten, oder auch eine Seite, auf der ich mir über die letzten Wochen hinweg die Gedanken für diesen Blogpost notiert habe.

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  • Tracking: Wenn ich die Übersicht für den nächsten Monat erstelle, kommt auch eine dritte Seite dazu, auf der ich – mit unterschiedlichen Gründen – verschiedene Sachen nachverfolge. Etwa meine Morgenübungen, ob ich daheim frühstücke oder im Kaffeehaus vorbeischau, wie oft wir daheim kochen, diverser Haushaltskram. Gemeinsam mit den Herzchen auf der Monatsseite hilft mir das Tracking, weniger verloren zu sein – was ich auch daran merke, dass ich darauf vergesse, wenn ich sehr gestresst und/oder erkältet bin. It’s a work in progress. :) Was ich eventuell mal beginnen werde, ist ein Kopfschmerzen-Tracking. Aber da muss ich mir noch überlegen, wie ich das aufbauen möchte, da mir hier ein Kästchen pro Tag vielleicht nicht reichen wird.
  • Da ich auf der Arbeit viele To Dos über Outlook organisiere, habe ich dort eine sehr abgespeckte Version im Einsatz: Ich notiere mir einfach meine täglichen Notizen mit meinen Kürzeln als To Dos oder tatsächliche Notizen.
  • Ähnliches gilt für die Uni: In den wenigen Lehrveranstaltungen, die ich besuche, kommen auch der Notizsstrich und das To-Do-Kästchen zum Einsatz. Für Vorlesungen oder sonstige mitschriftenlastige Lehrveranstaltungen ist das sicher nicht so geeignet.

Der langen Rede kurzer Sinn: Obwohl manche das Konzept gar nicht so revolutionär finden, hat für mich dieses Modulsystem in Kombination mit den Kürzeln endlich ein Notizbuch entworfen, das für mich passt und das ich auch tatsächlich verwende. 50 Tage in und keinerlei Müdigkeit in Sicht. I like it. B-)

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Bin ich Gamer?

Nur ganz kurz: Die Consulting Nerd Girls haben ein Blogstöckchen zugeworfen bekommen, das wir hier beantwortet haben. :)

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Late to the party: Maleficent

Ich kann mich noch erinnern, dass ich vom Trailer für Maleficent damals extrem begeistert war und den Film unbedingt sehen wollte. Doch wie die Dinge so laufen, habe ich es jetzt erst, zwei Jahre nach dem Erscheinen und weil der Film jetzt auf Netflix ist, geschafft, ihn auch wirklich anzuschauen. Und im Großen und Ganzen:  Das war gut!

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Hach. (Von hier.)

Basic spoilers ahead!

Dass mich die Grundzüge der Story – Dornröschen aus der Sicht von Malefiz, warum ist die eigentlich so fies und verflucht ein Neugeborenes? – ansprechen würden, war ja klar, aber ob ein Film eine vielversprechende Premise auch g’scheit rüberbringt und nicht irgendwo Mist baut, ist ja nicht unbedingt immer so. ;) Daher waren meine Erwartungen auch recht hoch und ich eher nervös, ob denn alles gut gehen würde. Und es ging gut!

Optisch hielt der Film, was auch schon der Trailer versprochen hatte: schicke, grob am Mittelalter(TM) orientierte Kleidung v. a. in der Menschenwelt, ein paar coole Designs bei den Faeries, und sehr toll die keltisch angehauchten Grenzsteine. Sehr schön gemacht auch all die Anspielungen an den Disney-Film! :D
Die Charakterisierung Maleficents und Diavals (der einen großartigen Drachen abgibt ;)) gefiel mir gut, und Stefan* passt schön in mein Weltbild, dass Menschen generell so eher scheiße sind. :p Maleficents endgültiger Bruch mit der Menschenwelt war sehr gut vorbereitet und nachvollziehbar. An der Stelle war ich übrigens sehr froh, dass ich vorab wusste, wie der Cut (ahahaha, literally …) mit Stefan aussehen würde. Das hätte mich, glaube ich, krass getroffen, wenn ich es nicht gewusst hätte! (Wie da wohl Kinder drauf reagieren …? Ansonsten würde ich den Film nämlich als kindertauglich einstufen.) Aurora sieht aus wie Keks, wenn sie lacht, und war dadurch natürlich sehr sympathisch. ;)

Die Sache mit dem Fluch und wie er sich für Maleficent später entwickelt … woah, mit sowas kannst du mir das Herz brechen! Mit dem stand – und fiel eben nicht der ganze Film. Wirklich, wirklich gut.
(Jetzt wirklich spoiler ahead!) Ich hatte so sehr gehofft, dass es nicht darauf hinausläuft, dass der Junge sie küsst und gut is‘, das wäre sehr öde gewesen. Dass es dann Maleficent ist – Gänsehaut. <3 M. fand übrigens, dass für ihn damit ein wenig das Fass der Mutterliebe als wahrer Liebe aufgemacht wurde – und das war für mich eben so überhaupt nicht der Fall?! Weil für mich die Beziehung zwischen Aurora und Maleficent gar nicht mütterlich besetzt war, sondern vielmehr freundschaftlich. Ja, Maleficent ist natürlich viel älter, aber das heißt doch nicht, dass alle Liebe gleich über Eltern-Kind-Beziehungen laufen muss. Wie findet ihr das?

Was ich halt immer noch nicht verstehe, ist, warum gerade so Fantasy-Welten, bei denen ja offensichtlich viele Leute über das Aussehen nachgedacht haben, immer so weiß sein müssen. Spontan kann ich mich nur an einen Schwarzen Charakter erinnern – muss das denn sein?! (Racism. The answer is: racism. Mehr dazu, u. a. auch dazu, dass irgendwo in dem Film Angelina Jolies Kinder vorkommen (huh), gibt es z. B. hier zu lesen.)
Gewünscht hätte ich mir außerdem ein bisschen mehr zu Auroras Mutter – das fühlte sich irgendwie so an, als gäbe es mehr Szenen zu ihrer Einführung, die es aber nicht in den endgültigen Cut geschafft haben? So ist sie halt irgendwie da, damit wir das Baby haben können, verschwindet dann aber gleich wieder … Awkward.

Alles in allem wird der Film aber sicher in meine Sammlung an Filmen übergehen, die man immer und immer wieder ansehen kann, um ihn irgendwann auswendig mitzusprechen und dennoch immer wieder Neues zu entdecken. Definitive Empfehlung! Freue mich auch darauf, ihn in einem Stück zu sehen, diese Mal hat uns die miese Internetverbindung mehrfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. (Curse you, UPC!) Und ich bin am Überlegen, ob ich meine unpassende Größe und die fehlenden Cheekbones to Die For ignoriere und mir ein Cosplay überlege … ;)

* M. mittendrin irgendwann: „Oida, das ist das erste Mal, dass mir ein Schotte so richtig unsympathisch ist!“ ^^ (Wobei der Schauspieler aber aus Südafrika ist. Wir hätten ihn aber definitiv als Schotten identifiziert gehabt. Hm.)

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Hier fängt die Geschichte an.*

Seit Wochen spukt mir bereits der Gedanke im Kopf herum, es vielleicht doch noch mal mit einem Blog zu probieren. Und nachdem ich die ganze Woche krank im Bett gelegen bin und heute zwar immerhin schon so gesund bin, dass herumliegen schon richtig nervig ist, aber noch nicht gesund genug bin, um tatsächlich aufzustehen, habe ich die horizontale Zeit genutzt, um hier ein wenig abzustauben. Ein neues Headerbild war schnell gefunden, ein Graffiti aus meiner Siedlung (dieser Schriftzug findet sich in magenta und türkis aber noch an mehreren Orten der Stadt. Ist das der neue Puber? ;)). Mit dem Theme bin ich noch nicht ganz zufrieden; falls jemand Tipps für welche mit diesem Layout, aber etwas eleganterem Design hat, bitte melden.

Und was genau das hier werden soll, weiß ich eigentlich noch nicht so wirklich. Personal stuff? Doch mehr Politisches? Bzw. ist ja auch das Private politisch … Nun ja. Es wird sich sicher weisen. :)

* So hieß vor vielen, vielen Jahren mein Blog, damals inspiriert von Walter Moers‘ Die Stadt der Träumenden Bücher. Daran will ich zwar nicht mehr anknüpfen (den Blog gibt’s auch schon wirklich ewig nicht mehr), aber als Neubeginn ist das Zitat dann doch noch ganz passend. ;)

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